Rezension: Fallen Queen: Ein Apfel, rot wie Blut von Ana Woods

Heute rezensiere ich Fallen Queen: Ein Apfel, rot wie Blut von Ana Woods für euch. Das Buch erscheint am 08.07.2017 beim Drachenmond Verlag.

Klappentext:

Wenn aus Schwestern Feindinnen werden und Äpfel Königinnen zu Fall bringen.

Erst wenn Königin Nerina sich einen Gemahl erwählt hat, darf die Prinzessin des Landes heiraten. Was aber, wenn sie sich in den Mann verliebt, den auch das Herz ihrer Schwester begehrt?
Um den Thron betrogen und zum Tode verurteilt flieht Nerina in den Verwunschenen Wald, einen Ort, den viele Menschen betraten, doch niemals mehr verließen.

Design:

Das Cover ist einfach nur wunderschön. Das knallige Rot harmoniert so schön mit dem graublauschwarzen Hintergrund und wird so auf eine angenehme Art und Weise hervorgehoben. Die Farbe des Titels passt dazu. Es ergibt eine harmonische Blickführung, die vom Apfel über den Titel zum Untertitel führt und dann mit den einzelnen Details abrundet. Der Wald wirkt so düster wie der, der im Klappentext erwähnt wird. Das Cover ist absolut passend zu dieser Geschichte, spiegelt sie doch die Stimmung wider.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit dem Tod des Königspaars. Nerina wird gekrönt und sieht sich täglich den Herausforderungen einer Herrscherin gegenüber. Nebenbei muss sie für ihre jüngere Schwester Eira da sein. Da diese sich aber immer mehr von ihr distanziert, räumt sie ihr irgendwann das Privileg ein, mit ihrer Zofe einen Tag in der Woche aus dem Schloss raus zu dürfen. Es dauert auch nicht lange, da kommt die jüngere Schwester verliebt nach Hause. Um sie glücklich zu machen, gibt Nerina einen Ball und sucht sich einen Ehemann. Sie findet auch einen Mann, dem sie ihr Herz schenkt. Doch sie ahnt nicht, was diese Entscheidung für fatale Folgen haben wird.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend war es. Erzählt wurde es aus der Sicht von Nerina in der ersten Person. Wir erleben somit alles, was sie erlebt: Wie sie als junge Königin um ein gutes Königreich kämpft, wie sie sich verliebt und letztlich wie sie stürzt und flieht.

Dabei geht Nerina eine Wandlung durch, die sie noch erwachsener als ohnehin schon werden lässt und ihr Charakterzüge gibt, die sie selbst niemals an sich vermutet hätte. Dabei bleibt sie aber immerzu sympathisch. Es fiel mir durch die Ich-Perspektive sehr leicht, mich mit ihr zu identifizieren. Besonders toll fand ich die Liebe, die sie für Eira empfand.

Auch Eira mochte ich anfangs. Allerdings schlug die anfängliche Sympathie schnell in Antipathie um, verändert sich Eira doch im Laufe der Geschichte in das genaue Gegenteil. Ab der Mitte konnte ich schon gar nicht mehr glauben, dass das wirklich das nette, fröhliche Mädchen vom Anfang der Geschichte war. Sie wird zu einem wirklichen Miststück und es bleibt spannend, was sie so alles anstellt, um Nerina das Leben schwer zu machen und sie auch töten zu wollen.

Dabei schickt sie den Jäger Tero nach ihr aus, doch der hat eigene Pläne. Er hilft Nerina und sichert ihr Überleben. Dabei durchqueren sie Dörfer, die die blutige Handschrift ihrer Schwester tragen. Auch Tero ist anfangs ein ziemlicher Kotzbrocken, taut mit der Zeit aber immer mehr auf, sodass man ihn letztendlich ins Herz schließt und sich mehr erhofft. Doch dann passiert etwas unvorhergesehenes.

Bevor es dazu kommt, erleben die beiden aber jede Menge. Einige Nebencharaktere sind ebenfalls äußert liebevoll und schön gestaltet und man schließt sie nacheinander ins Herz. Jeder Charakter hat dabei etwas eigenes, herzliches an sich, das ihm eine gewisse Tiefe verleiht. Generell schafft Ana Woods es, die Charaktere sehr lebendig zu gestalten, wodurch es mir äußerst leicht fiel, mir jeden Einzelnen vorzustellen.

Fazit:

Die Geschichte ist konstant spannend und mit einigen unvorhergesehen Wendungen gespickt, die einem immer wieder in Staunen versetzen. Die düstere Atmosphäre und der malerische Schreibstil bilden einen wunderschönen Rahmen um die lebendigen Charaktere. Mir gefiel die gefühlvolle Erzählweise sehr und ich hab mich absolut in Ana Woods Debütroman verliebt, weshalb ich mich schon sehr auf den zweiten Band freue. Das Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung und 10 von 10 Punkten!

Weitere Infos:

  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • Seitenanzahl: ca. 300 Seiten
  • Preis: 12,90 € als Taschenbuch, 3,99 € als E-Book
  • ISBN: 978-3-95991-104-7

Über die Autorin:

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„Ich schreibe schon, seit ich im Stande bin einen Stift in der Hand zu halten. Das geschriebene Wort faszinierte mich schon immer, sodass ich als kleines Kind immer zu meinen Eltern gesagt habe, dass ich unbedingt Autorin werden will, wenn ich groß bin. Meiner älteren Schwester habe ich schon immer Geschichten erzählt und ihr Bücher vorgelesen – obwohl das hätte eher andersherum sein sollen.

Mit meinen Kurzgeschichten und Gedichten habe ich während der Schulzeit schon meine Klassenkameraden und Lehrer beeindruckt, weshalb ich für Schulveranstaltungen meistens die Moderationstexte und die Dialoge für unsere Theaterstücke schreiben durfte. Doch das war mir nicht genug – ich wollte mehr.
Mit 14 Jahren habe ich mir einen Job als freie Onlineredakteurin auf ehrenamtlicher Basis gesucht und schreibe seitdem Rezensionen, Kolumnen, führe Interviews etc. in den Bereichen Film, Fernsehen und Literatur. Anfang 2016 bin ich mit meinem Facebook-Blog „A Whole New World of Books“ durchgestartet. Zur selben Zeit habe ich begonnen meine dreiteilige Märchenadaption „Fallen Queen“ zu schreiben (Mein Dank gilt wohl meinem Dad, der mich als Kind gezwungen hat Märchenbücher zu lesen 😀 ). Die Idee dazu kam mir in einem Traum *welch Klischee* Ich wollte mich an einem etwas anderen Märchen versuchen. Denn wer braucht schon unzählige Geschichten über die Prinzessin als Heldin? So kam mir eines nachts also die Idee, die Rollen zu vertauschen und Schneewittchen als die Böse darzustellen. Auch wenn ich schon zahlreiche längere Geschichten auf Papier gebracht habe, ist dies die erste mit der ich zufrieden genug bin, um sie mit der Welt zu teilen.“

Quelle für Bild und Text: Drachenmond-Autorenseite

Rezension: Im Schatten der Feuerblume von A. Disia

Heute rezensiere ich das Buch Im Schatten der Feuerblume von A. Disia. Die Rezension sollte eigentlich am Samstag erscheinen, aber aufgrund von privaten Dingen habe ich es erst heute geschafft. Das Buch wurde am 29. März 2017 veröffentlicht.

Klappentext:

„Wie kann ich mich vor der Kreatur schützen?“
„Es ist ein Fluch.“
„Wie kann ich mich schützen?“, wiederholte Mikael.
„Nicht der Aderlass, auch nicht Wasser aus der Quelle der Großen Mara Taura vermögen etwas auszurichten. Der Fluch kann nicht gebrochen werden. Wen er trifft, der ist des Todes.“

Der junge Mikael erwartet nicht viel vom Leben. Er erträumt sich eine ruhige Zukunft in dem Grenzdorf Dunkelfurth und irgendwann in der Zukunft will er das Wirtshaus seines Vaters übernehmen.
Seine Träume gehen jäh in Flammen auf, als sein Dorf überrannt und niedergebrannt wird. Nur durch die Hilfe eines Fremden gelingt Mikael die Flucht.
Alles, was er kennt und liebt, ist zerstört. Zu seinem Unglück steht er nun in der Schuld des Fremden und muss sich mit ihm auf die Suche nach einer mysteriösen Kreatur begeben.

Design:

Auf dem Cover ist eine rote Blume erkennbar. Anfangs fragt man sich, was dies mit der Geschichte zu tun hat, aber ich kann euch versprechen, dass dieses Geheimnis im Laufe der Geschichte erklärt wird. Es wirkt somit sehr passend. Mir gefällt es auch auf eine gewisse Art und Weise.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einem normalen Abend in der Kneipe. Mikael hilft seinem Vater, als ein Fremder die Kneipe betritt. Wie es Mikaels Art ist, fragt er den Fremden aus, wo er denn so herkomme und ob er eine Geschichte kenne.Der Fremde verneint, aber er erzählt ihm von den nahenden Reitern, die alle Grenzdörfer niederbrennen. Mikael will das nicht glauben und schweigt deshalb. Als der Fremde geht, läuft er hinaus und bemerkt dann die Reiter, die nun im Dorf angekommen sind. Zu spät, um seine Familie noch zu warnen, haut Mikael ab und erwischt noch den Fremden. Mit ihm macht er sich schwer verletzt auf die Reise. Dabei merkt man immer wieder, wie wenig er den Fremden, der sich als Torge vorstellt, überhaupt leiden kann.

Mikael ist dabei immer sehr argwöhnisch und misstrauisch, wie es in seinem Dorf üblich ist. Dennoch treibt ihn eine starke Neugier oft dazu an, sein Misstrauen fallen zu lassen. Er wirkt allerdings sehr naiv, da er meiner Meinung nach zu beleidigt reagiert, als Torge verschiedene Wirte mit unterschiedlichen Geschichten abspeist, um an Informationen oder einfach nur einem Bett und einer Mahlzeit zu kommen. Immer wieder überlegt er, Torge zu verlassen, setzt es aber nie in die Tat um. Und im Kampf verhält er sich nun mal so unerfahren, wie er auch ist, was sehr authentisch wirkt. Mir war er zwar nicht immer sympathisch, weil ich diese miesepetrige Art und die Schwarzseherei nicht so mochte, aber er wurde dennoch auf eine sehr realistische Art und Weise charakterisiert. Vor allem die Angst vor dem Sterben und seine Wandlung im Laufe der Geschichte haben mich beeindruckt.

Torge hingegen habe ich von Anfang an echt gern gemocht. Allerdings kann er sehr stur sein, was die Sympathie wiederum ein wenig abflachen ließ. Er zeigte gegen Ende aber immer mehr seiner guten Seiten, hat also auch eine interessante Wandlung hinter sich gebracht.

Der Antagonist, den ich an dieser Stelle nicht beim Namen nennen möchte, da dies alles spoilert, war für mich auch sehr sympathisch. Ich wusste manchmal zwar nicht, wo die Probleme mit ihm liegen, aber dennoch wurde der Konflikt mit ihm auf eine lebendige und glaubhafte Art und Weise geschildert.

Die meisten Nebencharaktere wurden nur oberflächlich angeschnitten, was bei der Kürze der Geschichte aber nicht verwundern sollte. Auch wurde mir zu wenig auf den angeschnittenen Konflikt zwischen den Großreichen eingegangen. Da hätte man durchaus mehr herausholen können. Auch den Aufbau und die Kultur der fiktiven Welt hätte ein wenig mehr vertieft werden können, um die Geschichte noch lebendiger wirken zu lassen.

Erzählt wurde die Geschichte in der dritten Person und aus der Sicht von Mikael. So kennt man nur seine Gedanken und Gefühle, die der anderen sind unbekannt.

Das Ende hat mir ganz besonders gefallen. Das lag aber nicht daran, dass die Geschichte dann vorbei war, sondern an der ganz besonderen Moral, die man erst dort versteht. Diese Thematik wird immer wieder angeschnitten, aber sowohl Mikael als auch der Leser verstehen den Sinn hinter der Aussage erst am Ende. Dabei hatte ich Gänsehaut, so besonders und gefühlvoll war dieser Moment. Zwischendurch hat das Buch zwar trotz der Kürze seine Längen und die Spannung könnte an manchen Stellen durchaus zunehmen, aber dennoch ist sie an actionreichen Stellen sehr gut gelungen und auch der Plot Twist ist sehr gut ausgearbeitet und nicht vorhersehbar.

Fazit:

Es ist eine durchaus ausbaufähige Geschichte, die ihre Stärken und Schwächen hat. Die Autorin hat vieles gut hinbekommen, kann aber vor allem bei unaufregenden Stellen noch ein wenig an der Spannung arbeiten. Trotz allem hat mir die Aussage der Geschichte und vor allem Torge und der Antagonist sehr gefallen. Da es sich schnell liest, ist es für zwischendurch auf jeden Fall eine gute Wahl. Das Buch bekommt daher 6,5 von 10 Punkte von mir.

Weitere Infos:

  • Verlag: Selfpublishing
  • Seitenanzahl: 101 Seiten
  • Preis: 2,99 € als Ebook
  • ASIN: B06XY8P7D8

Über die Autorin:

A. Disia wurde Anfang der 90er Jahre im tiefsten Schwarzwald geboren. Würde man sie fragen, wie lange sie schon schreibt, so wäre die Antwort, solange sie denken könne. Oder zumindest, seit sie wisse, was Schreiben ist.
Sie ist ein fröhlicher Schreiberling und eine Teeliebhaberin. Ihre Lieblingsgenres sind Fantasy und Science-Fiction und in ihren eigenen Geschichten schreckt sie nicht davor zurück, auch düstere Themen anzusprechen.

Quelle: Amazon Autorenseite

Rezension: Die Seelenspringerin: Machtspiele von Sandra Florean

Heute rezensiere ich das Buch Die Seelenspringerin: Machtspiele von Sandra Florean. Das Buch erschien am 27. April beim Drachenmond Verlag.

Klappentext:

Alles hat seinen Preis auf dieser Welt.

Gewalt und unsägliche Qualen sind für Tess zum grausigen Alltag geworden. Die junge Frau verfügt über die unkontrollierbare Gabe, in die Seelen übernatürlicher Wesen zu springen, und wird dabei immer wieder Zeugin von Verbrechen. Bei einem ihrer Seelensprünge entdeckt sie zu ihrem Entsetzen ein ihr bekanntes Gesicht. Wergepard Fin befindet sich in den Händen skrupelloser Entführer. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn sobald der Vollmond am nächtlichen Himmel steht, kann es für den jungen Mann bereits zu spät sein …

Design:

Ich liebe, liebe, liebe dieses Cover! OMG, es passt so perfekt zu Fin, dass ich es dauernd anstarren musste beim Lesen. Was es mit den schwarzen Flecken auf sich hat, wird während der Geschichte auch erklärt und ansonsten trifft das Cover einfach wunderbar die Stimmung und passt so gut zum Buch. Ein wahres Meisterwerk mal wieder.
Die Symbole im Inneren sind auch wieder schön platziert. Es wirkt nicht aufdringlich, sondern äußerst passend. Octavians Symbol ziert wieder die Kapitelanfänge. Dazwischen sind immer wieder Krallenspuren und Tatzenabdrücke, was super zu den Gestaltwandlern, auf die der Fokus liegt, passt.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit Tess‘ Backorgie. Ihre Freunde dürfen die entstandenen Köstlichkeiten natürlich kosten und freuen sich auch darüber. Und dann passiert es: Sie springt mal wieder. Sie findet sich in einem Bären wieder, der einen anderen Gestaltwandler so lange quält, bis dieser sich verwandelt. Schnell findet sie heraus, wer der junge, gequälte Gestaltwandler ist: Fin, der Cousin von ihrer Freundin Gail. Und sie leiten alles in die Wege, um ihn schnellstmöglich zu finden. Doch damit sind Tess und ihre Freunde einer größeren Sache auf der Spur, als sie für möglich gehalten haben…

Wie schon beim ersten Teil schafft es Sandra Florean mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett zu fesseln. Die Geschichte ist düster, sexy, spannend und einfach nur einnehmend. Ich hab Fin total lieb gewonnen und mich über das Wiedersehen mit Ryan, Octavian, Gail und Geoffrey sehr gefreut. Die Charaktere wachsen einem einfach schnell ans Herz.

Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, die aber nur die Gedanken, Gefühle und Eindrücke von Tess kennt. Die anderen sind vom Innenleben komplett unbekannt, es sei denn, Tess springt in eine andere Person hinein. Dieser Effekt dabei gefällt mir sehr gut, denn so betont die Autorin das Besondere an Tess, ihre unkontrollierbare Gabe.

Es ist auch spannend zu sehen, wie ihre Gabe sich weiter entwickelt. Inwiefern, das verrate ich an dieser Stelle nicht. Aber es ist faszinierend und es verspricht, in den Folgebänden noch interessanter zu werden. Ich freue mich schon sehr darauf.

Was Sandra Florean auch sehr gut kann: Die „Monster“, wie Tess sie nennt, in die Welt einbinden und ein Gesellschaftsmodell zu entwickeln, in dem jeder Bescheid weiß über Vampire, Gestaltwandler und Dämonen. Es gibt Regeln, Gesetze und Rechte für die Andersartigen und ich bin fasziniert davon, wie gut durchdacht das alles ist. Auch die Reaktionen der Menschen wirken sehr glaubhaft, lehnen die meisten die Monster doch ab.

Mir gefallen dabei besonders die Vampire. Die kamen in diesem Band zwar leider ein wenig zu kurz, aber ich muss sagen, dass jeder männliche Vampire ein wahrer Leckerbissen ist, dem wohl kaum eine Frau widerstehen kann. Und da Tess auch gern Sex mit ihnen hat, kommt man als Leserin vollkommen auf seine Kosten. Es ist damit wirklich gut gelungen.

Aber auch die Gestaltwandler, die nun im zweiten Band näher beleuchtet wurden, faszinieren mich. Dabei ist es nicht nur auf Werwölfe begrenzt, nein, es gibt auch Werlöwen, Wergeparden, Werbären und – was ich besonders gefeiert hab und meine unangefochtener Lieblinge sind – Werhasen.

Von den Dämonen kam bisher am wenigsten, außer, dass sie meist ziemlich üble Gesellen oder äußerst geheimnisvoll sind.

Zu all diesen übernatürlichen Dingen kommen die Kriminalaspekte dazu und ich kann euch sagen, das Ganze ist so spannend aufgebaut, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Mir gefällt, wie Sandra das Gefühl der Hoffnungslosigkeit mit reinbringt, weil der Böse immer einen Schritt voraus ist. Und dann kommt die Wendung und – ich war erschüttert. Und es war gut. Sogar sehr gut.

Fazit:

Der zweite Band ist ebenso gut gelungen wie der erste. Ich liebe diese Reihe und kann den dritten kaum erwarten! Sandra Floreans übernatürliche Welt ist sexy, düster und spannend und bietet auf jeden Fall viel Unterhaltung. Eine klare Empfehlung!
Das Buch bekommt 10 von 10 Punkte von mir.

Weitere Infos:

  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • Seitenzahl: 284 Seiten
  • Preis: 12,90 €
  • IBAN: 978-3-95991-124-5

Über die Autorin:

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Sandra Florean wurde 1974 in Kiel geboren, wo sie auch aufwuchs. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der kleinen Stadt Schwentinental vor den Toren der Landeshauptstadt. Nach ihrer Fachhochschulreife absolvierte sie eine kaufmännische Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau und arbeitet seitdem als Sekretärin.

2005 machte sie sich als Schneiderin für historische und fantastische Gewandungen selbstständig. Ein Hobby, das sie gern mit ihrer historischen Gruppe auslebt und mit dem Präsentieren ihrer Bücher verbindet.

Zum Schreiben kam sie bereits als Jugendliche, wobei Fantasy und Vampire schon immer ihre Leidenschaft waren. Damals schrieb sie Kurzgeschichten und Gedichte – nichts davon allerdings für die Öffentlichkeit gedacht. Seit Ende 2010 widmet sie sich dieser Leidenschaft wieder regelmäßig. „Mächtiges Blut – Nachtahn 1“ wurde auf dem Literaturportal „lovelybooks“ zum besten deutschsprachigen Debüt 2014 gewählt.

Quelle für Bild und Text: Drachenmond Verlag Autorenseite

Rezension: 161011 – Befreiung von Aurelia L. Night

Heute rezensiere ich das Buch 161011 – Befreiung von Aurelia L. Night, das gestern beim Tagträumer Verlag erschien. Von dort hab ich das E-Book auch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank nochmal.

Klappentext:

Was würdest du tun, wenn du nur dazu erschaffen wurdest, zu töten?

Als Gabriel und 161011 zum ersten Mal aufeinandertreffen, scheint ihr Schicksal besiegelt: sie, die Vampirjägerin, er, der Vampir. Gabriel entführt 161011 und zeigt ihr ein Leben,
in dem sie eine fühlende Person und keine perfekte, namenlose Jägerin sein kann. 161011 will, trotz der Konsequenzen, die sie dort erwarten, ins Labor zurückkehren,
denn sie erkennt, wie sehr sie die einzige Familie, die sie hat, vermisst. Als Gabriel nach einer Mission jedoch nicht zurückkehrt,
muss sich die Jägerin zwischen ihrem alten Leben und den neuen Gefühlen entscheiden …

Design:

Das Cover hat mich von Anfang an wahnsinnig beeindruckt! Die leuchtenden Augen, die Stadt, … Es passt und die Farbgebung gefällt mir ganz besonders. Ich hab ja eh eine Schwäche für blaue Bücher und das hier würde so wunderbar in mein Regal passen! Aber ich hab es ja als E-Book und ob ich es mir nochmal extra als Taschenbuch hole, muss ich mir erst noch überlegen.
Auf alle Fälle gefällt mir das Cover. Ob die Seiten verziert sind, kann ich beim E-Book nicht sagen.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit dem Erwachen von der Protagonistin mit der Kennnummer 161011. Sie befindet sich in einer Glasröhre und kann sich befreien. Sie wird von Doktoren aufgeklärt, dass sie ein Experiment ist, um Vampire zu töten. So beginnt auch ihr Training, das ihr komplettes „Leben“ ausmacht.
Die Erzählperspektive wechselt zu Gabriel, einem Vampir, der in einem Nachtklub arbeitet. Wir erleben seinen Alltag und wie er merkt, dass er nun eine Seelenverbundene hat. Was das genau ist und was dies für Vampire bedeutet, erfährt man im Laufe der Geschichte.
Es dauert jedoch nicht allzu lange, da treffen die beiden aufeinander. Und ich kann euch sagen, da sprühen die Funken nur so!

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von 161011 und Gabriel erzählt. Dabei haben wir genauen Einblick in deren Gedanken und Emotionen. Die Handlungen der Beiden werden so transparenter, allerdings sind mir die Beweggründe und Handlungen von 161011 manchmal etwas fremd geblieben. Dennoch gefiel mir der Stil an sich ganz gut. Mein einziger Kritikpunkt ist da, dass manchmal Sätze aneinander gereiht oder verknüpft wurden, die eher getrennt geschrieben gehören. Beispiel: „Fassungslos schüttelte ich den Kopf, wie konnten Menschen nur so dumm sein?“ Das hat meinen Lesefluss leider häufiger gestört, da es nicht gerade selten vorkam. Sehr schade.

Die Geschichte plätschert am Anfang ein wenig vor sich hin. Es dauert ein bisschen, bis etwas wirklich spannendes passiert und dazwischen kommt es auch immer wieder zu kleinen, langatmigen Passagen. Dafür ist die Spannung an den actionreichen Stellen kaum auszuhalten! Auch einige Wendungen gegen Ende der Geschichte und das Ende selbst haben mich sprachlos zurückgelassen und richtig geschockt. Beim Ende war ich einfach nur noch fertig. Niemals hätte ich diesen Schluss erwartet. Ich weiß aber, dass ich nun die Fortsetzung unbedingt brauche!
Was mich aber besonders beeindruckt hat, war die gesamte Mythologie um die Vampire. Sie war plausibel und sehr detailliert erklärt. Die Mythologie wurde mit bekannten Mythen über Personen aus der Bibel und anderen Mythologien erklärt. So wurde altbekanntes neu verwertet. Mir fiel es nicht schwer, mir diese Legenden zu merken. Auch das mit den Verbundenen wurde gut eingewoben und so logisch erklärt. Hat mir sehr gefallen!

Die Protagonistin 161011 hat anfangs eher befremdlich auf mich gewirkt. Sie war ein totaler Sturkopf, was mich mindestens so sehr genervt hat, wie die Vampire, die das ertragen mussten. Sie war lange uneinsichtig und lenkt nur sehr schwer ein. Ihre eigene Meinung überdenkt sie kaum. Dennoch hat sie eine eindrucksvolle Wandlung vollzogen, was vor allem an Gabriel lag. Sie hat sich selbst und ihren Körper, das Leben richtig kennen gelernt. Mit jedem Kapitel wurde sie für mich greifbarer, menschlicher und sympathischer, sodass sie sich am Ende richtig in mein Herz geschlichen hat.

Bei Gabriel ging das schneller. Ich fand ihn von Anfang an interessant und spannend. Er macht einen sympathischen Eindruck und mir fiel es leicht, mich auf ihn einzulassen. Seine Handlungsweisen kamen mir allesamt logisch und nachvollziehbar vor. Er war von Anfang an ein greifbarer Charakter. Doch auch er macht eine Entwicklung durch. Er überdenkt Ansichten, die er zu Anfang der Geschichte verteidigt hat und öffnet sich immer mehr. Dafür hat mich das, was ihm geschehen ist, noch viel mehr zugesetzt und ich war richtig schockiert. Was passiert ist? Das müsst ihr leider selbst nachlesen!

Einen Antagonisten als Person gibt es an sich nicht direkt. Es fällt allerdings schnell auf, wer die Antagonisten sind. Jedoch sind das für mich gesichtslose Hüllen. Sehr schade, ich hätte gern jemand besonders betont gesehen. Aber so bleibt es bei diesen erst einmal harmlosen Gegnern.

Auch die Nebenpersonen lernt man leider nicht so gut kennen, was ich sehr schade finde. Gerade Gabriels Mutter oder seine beste Freundin Sascha hätten mich interessiert. Aber vielleicht kommt das ja noch. Ich würde es mir auf jeden Fall wünschen!

Fazit:

161011 ist eine wirklich gelungene Geschichte, die jedoch an den ein oder anderen Stellen ein wenig weiter ausgebaut oder überarbeitet sein könnte. Dennoch danke ich dem Verlag noch einmal für das Rezensionsexemplar und der Autorin für diese berührende Geschichte! Ich gebe dem Buch 7 von 10 Punkten!

Weitere Infos:

  • Verlag: Tagträumer Verlag
  • Seiten: 272 als Taschenbuch
  • ISBN-10: 3946843077
    ISBN-13: 978-3946843078
  • Preis: 13,90 €

Über die Autorin:

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Quelle: Author Wing

Aurelia L. Night wurde 1995 geboren und lebt mit ihren zwei verrückten Katzen und ihrem Freund in Niedersachsen. Schon immer hatte sie eine ausgeprägte Fantasie. Die Geschichten schwirrten schon im Kindesalter in ihrem Kopf herum. Nach der Ausbildung, während des Fachabiturs in Gestaltung, haben diese Geschichten in einem wunderschönen Notizbuch ihren Platz gefunden. Wenn sie gerade nicht am Schreiben ist, liest sie oder bestreitet gemeinsame Zockerabende mit ihrem Freund.

Quelle: Lovelybooks