Rezension: Im Schatten der Feuerblume von A. Disia

Heute rezensiere ich das Buch Im Schatten der Feuerblume von A. Disia. Die Rezension sollte eigentlich am Samstag erscheinen, aber aufgrund von privaten Dingen habe ich es erst heute geschafft. Das Buch wurde am 29. März 2017 veröffentlicht.

Klappentext:

„Wie kann ich mich vor der Kreatur schützen?“
„Es ist ein Fluch.“
„Wie kann ich mich schützen?“, wiederholte Mikael.
„Nicht der Aderlass, auch nicht Wasser aus der Quelle der Großen Mara Taura vermögen etwas auszurichten. Der Fluch kann nicht gebrochen werden. Wen er trifft, der ist des Todes.“

Der junge Mikael erwartet nicht viel vom Leben. Er erträumt sich eine ruhige Zukunft in dem Grenzdorf Dunkelfurth und irgendwann in der Zukunft will er das Wirtshaus seines Vaters übernehmen.
Seine Träume gehen jäh in Flammen auf, als sein Dorf überrannt und niedergebrannt wird. Nur durch die Hilfe eines Fremden gelingt Mikael die Flucht.
Alles, was er kennt und liebt, ist zerstört. Zu seinem Unglück steht er nun in der Schuld des Fremden und muss sich mit ihm auf die Suche nach einer mysteriösen Kreatur begeben.

Design:

Auf dem Cover ist eine rote Blume erkennbar. Anfangs fragt man sich, was dies mit der Geschichte zu tun hat, aber ich kann euch versprechen, dass dieses Geheimnis im Laufe der Geschichte erklärt wird. Es wirkt somit sehr passend. Mir gefällt es auch auf eine gewisse Art und Weise.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einem normalen Abend in der Kneipe. Mikael hilft seinem Vater, als ein Fremder die Kneipe betritt. Wie es Mikaels Art ist, fragt er den Fremden aus, wo er denn so herkomme und ob er eine Geschichte kenne.Der Fremde verneint, aber er erzählt ihm von den nahenden Reitern, die alle Grenzdörfer niederbrennen. Mikael will das nicht glauben und schweigt deshalb. Als der Fremde geht, läuft er hinaus und bemerkt dann die Reiter, die nun im Dorf angekommen sind. Zu spät, um seine Familie noch zu warnen, haut Mikael ab und erwischt noch den Fremden. Mit ihm macht er sich schwer verletzt auf die Reise. Dabei merkt man immer wieder, wie wenig er den Fremden, der sich als Torge vorstellt, überhaupt leiden kann.

Mikael ist dabei immer sehr argwöhnisch und misstrauisch, wie es in seinem Dorf üblich ist. Dennoch treibt ihn eine starke Neugier oft dazu an, sein Misstrauen fallen zu lassen. Er wirkt allerdings sehr naiv, da er meiner Meinung nach zu beleidigt reagiert, als Torge verschiedene Wirte mit unterschiedlichen Geschichten abspeist, um an Informationen oder einfach nur einem Bett und einer Mahlzeit zu kommen. Immer wieder überlegt er, Torge zu verlassen, setzt es aber nie in die Tat um. Und im Kampf verhält er sich nun mal so unerfahren, wie er auch ist, was sehr authentisch wirkt. Mir war er zwar nicht immer sympathisch, weil ich diese miesepetrige Art und die Schwarzseherei nicht so mochte, aber er wurde dennoch auf eine sehr realistische Art und Weise charakterisiert. Vor allem die Angst vor dem Sterben und seine Wandlung im Laufe der Geschichte haben mich beeindruckt.

Torge hingegen habe ich von Anfang an echt gern gemocht. Allerdings kann er sehr stur sein, was die Sympathie wiederum ein wenig abflachen ließ. Er zeigte gegen Ende aber immer mehr seiner guten Seiten, hat also auch eine interessante Wandlung hinter sich gebracht.

Der Antagonist, den ich an dieser Stelle nicht beim Namen nennen möchte, da dies alles spoilert, war für mich auch sehr sympathisch. Ich wusste manchmal zwar nicht, wo die Probleme mit ihm liegen, aber dennoch wurde der Konflikt mit ihm auf eine lebendige und glaubhafte Art und Weise geschildert.

Die meisten Nebencharaktere wurden nur oberflächlich angeschnitten, was bei der Kürze der Geschichte aber nicht verwundern sollte. Auch wurde mir zu wenig auf den angeschnittenen Konflikt zwischen den Großreichen eingegangen. Da hätte man durchaus mehr herausholen können. Auch den Aufbau und die Kultur der fiktiven Welt hätte ein wenig mehr vertieft werden können, um die Geschichte noch lebendiger wirken zu lassen.

Erzählt wurde die Geschichte in der dritten Person und aus der Sicht von Mikael. So kennt man nur seine Gedanken und Gefühle, die der anderen sind unbekannt.

Das Ende hat mir ganz besonders gefallen. Das lag aber nicht daran, dass die Geschichte dann vorbei war, sondern an der ganz besonderen Moral, die man erst dort versteht. Diese Thematik wird immer wieder angeschnitten, aber sowohl Mikael als auch der Leser verstehen den Sinn hinter der Aussage erst am Ende. Dabei hatte ich Gänsehaut, so besonders und gefühlvoll war dieser Moment. Zwischendurch hat das Buch zwar trotz der Kürze seine Längen und die Spannung könnte an manchen Stellen durchaus zunehmen, aber dennoch ist sie an actionreichen Stellen sehr gut gelungen und auch der Plot Twist ist sehr gut ausgearbeitet und nicht vorhersehbar.

Fazit:

Es ist eine durchaus ausbaufähige Geschichte, die ihre Stärken und Schwächen hat. Die Autorin hat vieles gut hinbekommen, kann aber vor allem bei unaufregenden Stellen noch ein wenig an der Spannung arbeiten. Trotz allem hat mir die Aussage der Geschichte und vor allem Torge und der Antagonist sehr gefallen. Da es sich schnell liest, ist es für zwischendurch auf jeden Fall eine gute Wahl. Das Buch bekommt daher 6,5 von 10 Punkte von mir.

Weitere Infos:

  • Verlag: Selfpublishing
  • Seitenanzahl: 101 Seiten
  • Preis: 2,99 € als Ebook
  • ASIN: B06XY8P7D8

Über die Autorin:

A. Disia wurde Anfang der 90er Jahre im tiefsten Schwarzwald geboren. Würde man sie fragen, wie lange sie schon schreibt, so wäre die Antwort, solange sie denken könne. Oder zumindest, seit sie wisse, was Schreiben ist.
Sie ist ein fröhlicher Schreiberling und eine Teeliebhaberin. Ihre Lieblingsgenres sind Fantasy und Science-Fiction und in ihren eigenen Geschichten schreckt sie nicht davor zurück, auch düstere Themen anzusprechen.

Quelle: Amazon Autorenseite

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